Savills: Wohninvestments in Deutschland erreichen bis September rund 5,8 Milliarden Euro
Mehr Abschlüsse, etwas weniger Volumen und eine Spitzenrendite, die erstmals seit drei Jahren steigt: die Zahlen von Savills zum deutschen Markt für Wohninvestments bis Ende September 2026 und was sie für Eigentümer bedeuten.

Der deutsche Markt für Wohninvestments ist in den ersten drei Quartalen 2026 breiter geworden, hat aber an Volumen leicht verloren. Das zeigen die Zahlen des Immobiliendienstleisters Savills für die Zeit von Januar bis Ende September. Insgesamt wechselten Wohnimmobilien für rund 5,8 Milliarden Euro den Besitzer. Gezählt werden dabei nur Abschlüsse ab 20 Wohneinheiten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 5 Prozent.
- Haus: Savills Deutschland
- Zeitraum: Januar bis September 2026
- Transaktionsvolumen: rund 5,8 Milliarden Euro, 5 Prozent unter Vorjahr
- Abschlüsse: rund 170, 20 Prozent mehr als im Vorjahr
- Spitzenrendite: 3,7 Prozent, plus 10 Basispunkte
- Erfasst: Abschlüsse ab 20 Wohneinheiten
- Veröffentlicht: 5. Oktober 2026
Mehr Abschlüsse, kleinere Pakete
Bemerkenswert ist das Verhältnis von Volumen und Anzahl. Savills hat rund 170 Transaktionen registriert, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Wenn mehr Verkäufe insgesamt weniger Geld bewegen, sind die einzelnen Abschlüsse im Schnitt kleiner geworden. Das passt zu der Beobachtung von Savills, dass vor allem im kleineren und mittleren Marktsegment weiterhin zahlreiche Bieter aktiv sind.
Die Spitzenrendite dreht
Die Spitzenrendite für Wohnimmobilien stieg um 10 Basispunkte und lag zum Ende des dritten Quartals bei 3,7 Prozent. Es ist der erste Anstieg seit drei Jahren. Für Laien klingt das unscheinbar, für den Markt ist es ein Signal. Die Spitzenrendite beschreibt, welchen jährlichen Ertrag im Verhältnis zum Kaufpreis Investoren für die besten Objekte verlangen. Steigt sie bei gleichen Mieten, sinkt rechnerisch der Preis, den sie zu zahlen bereit sind.
Warum Eigentümer jetzt verkaufen
Marco Högl, Director und Head of Residential Capital Markets bei Savills in Deutschland, ordnet die Entwicklung ein. Wohnen blieb auch im dritten Quartal die Nutzungsart mit dem größten Volumen am deutschen Investmentmarkt. Zahl und Volumen der Abschlüsse lagen jedoch unter den Werten der Vorquartale. Die kurzfristig nochmals gestiegenen Zinsen und die geopolitischen Unsicherheiten drücken auf die Stimmung. Einen spürbaren Schock bei Käufern oder Verkäufern sieht Savills bislang aber nicht, laufende Transaktionen wurden überwiegend fortgeführt, und die Nachfrage der Investoren zeigt sich stabil.
Zugleich wächst das Angebot. Häufig handelt es sich um Portfoliobereinigungen: Eigentümer trennen sich gezielt von Beständen, die sich derzeit am besten vermarkten lassen und Liquidität bringen. „Viele Eigentümer haben inzwischen erkannt, dass kurzfristig nicht mit sinkenden Zinsen zu rechnen ist“, sagt Högl. Sie zeigten sich deshalb zunehmend bereit, notwendige Preisanpassungen vorzunehmen.
Was das für den Markt bedeutet
Savills hält es für möglich, dass die Aktivität in den kommenden Quartalen zunimmt. Entscheidend sei, ob die Nachfrage das wachsende Angebot aufnehmen kann. Entstünde ein deutlicher Angebotsüberhang, könnten die Kapitalwerte nach einer längeren Phase der Stabilität unter Druck geraten. Stabilisierend wirkt bislang, dass viele Investoren inzwischen mit vorsichtigeren Mietsteigerungen rechnen als in den vergangenen Jahren.
Für private Käufer und Eigentümer sind die Zahlen ein Fingerzeig, auch wenn sie nur große Pakete erfassen. Institutionelle Anleger reagieren früh auf Zinsen und Renditen. Wer in Berlin, Düsseldorf, Köln, München oder einer anderen deutschen Stadt eine Wohnung kaufen oder verkaufen möchte, findet in diesem Bild weder Panik noch Euphorie, sondern einen Markt, der sich neu sortiert. Verkäufer brauchen realistische Preise, Käufer dürfen wieder genauer verhandeln.


